Geschichte von St. Quirin

Geschichte von St. Quirin
Gerne möchten wir Ihnen unsere Wallfahrtskirche St.Quirin vorstellen, würden uns aber freuen, wenn Sie unsere Kirche auch einmal richtig besuchen könnten, sei es zu einem kurzen Gebet oder zu einem Gottesdienst.

Die Anfänge der Wallfahrt nach St.Quirin reichen zurück ins 16. Jahrhundert. Um 1530 bergen die Bauern der Umgebung eine Figurengruppe aus der nahegelegenen Kronburg, deren Burgkapelle dem Hl. Ritterpatron Quirin von Neuss geweiht war. Diese Figurengruppe zeigt, wie die Tochter des heidnischen Tribunen von einem Kropfleiden geheilt wird, wodurch Quirin zum Glauben an Jesus übertritt und später den Martyrertod erleidet. Die Bauern stellen das heutige Gnadenbild außerhalb der Burg auf, errichten zum Schutz eine Bretterhütte und bringen ihre Anliegen vor; um Haus und Hof, bei Unfällen und in Krankheit als auch die Bitte um Kindersegen. Aufgrund der ständig wachsenden Zahl der Pilger, wird unter Einfluß der Lobkowitzer um 1630 eine Kapelle und 1680 die heutige Kirche – im italienischen Renaissancestiel – auf der Anhöhe des Botzerberges errichtet.

Das Innere der Kirche

Das Hochaltarbild, welches das Pfingstereignis darstellt, wird umrahmt von einem Akanthusschnitzwerk in Hufeisenform – erinnernd an das ursprüngliche Ritterpatronat. Die Altäre auf der linken Seite sind Maria Magdalena und der Muttergottes geweiht, auf der rechten Seite vorne befindet sich in einem Schrein das Gnadenbild, das Bild des hinteren Altares, stellt die Enthauptung der Wetterpatrone Johannes und Paulus dar. Die Tafeln in der Votivkapelle bezeugen, dass es nicht umsonst ist wenn man glaubt, hofft und betet: ich hab wunderbare Hilf´ erlangt.

Besonders sehenswert sind die älteste Kirchenorgel der Oberpfalz (von 1692), das altehrwürdige Pilgerkreuz von Maria Kulm und die Monstranz von 1710.Überdies findet die Kirche wegen ihrer Akanthusaltäre überregionale Bedeutung.

St. Quirin heute:

Die Pilger kommen in den Anliegen um Gottes Segen für ihre Arbeit, egal in welchem Beruf sie stehen, die Sorge um die Gesundheit und die Bitte um unfallfreie Fahrt, sowie die Sorge für die Kinder. Das bezeugen viele Wallfahrten zu fuß und mit dem Bus, Andachten zu verschiedenen Anlässen

St. St. Quirin – früher und heute – kann man mit dem Berg der Verklärung vergleichen: aus dem Alltag heraus an einen Ort kommen, an welchem man sich dem Himmel etwas näher fühlt um dann erleichtert wieder seinen Weg durchs Leben fortzusetzen.

Das Wallfahrtsjahr beginnt zum Markustag zur Zeit der Frühjahrsbestellung der Felder und endet an Martini im November, wenn sich der bäuerliche Jahreskreis schließt.

Während des Jahres wird jeden 2. Sonntag Gottesdienst gefeiert. Am letzten Wochenende im Juli findet das dreitägige St. Quirinfest mit annähernd 3000 Gläubigen statt. Die Christmette an Weihnachten, Tier- und Fahrzeugsegnungen, Taizéabende und Hochzeiten gehören zum festen Bestandteil des Wallfahrtsgeschehens.

Als Stätte der deutsch-tschechischen Freundschaft zeichnet sich St. Quirin durch das Aufleben der historischen Fußwallfahrt von 1650 bis 1934 aus: Zum St. Quirinfest kommen jährlich Pilger aus Maria Kulm und andererseits startet hier jedes Jahr im Oktober eine zweitägige Fußwallfahrt in den böhmischen Wallfahrtort.

St.Quirin-Maria Kulm könnten für die Diözesen Regensburg und Pilsen ein wichtiger Schritt zur deutsch-tschechischen Aussöhnung an Bedeutung gewinnen…..

Stand 11.01.2011 THM